Wer Amaranth im Garten anbaut oder als Körner kauft, kann deutlich mehr damit anfangen als nur Müsli zu verfeinern. Die jungen Blätter, die Samen und teilweise auch die Blütenstände sind essbar, werden aber unterschiedlich zubereitet. Ich zeige, worauf es bei Ernte, Küche und Brotbacken ankommt und wann Vorsicht sinnvoll ist.
Amaranth lässt sich vielseitig verwenden
- Essbar sind vor allem junge Blätter, Samen und zarte Triebe.
- Blätter schmecken ähnlich wie Spinat oder Mangold und werden meist gegart.
- Samen sind glutenfrei, nussig und eignen sich für Beilagen, Müsli und Brot.
- Kochen verbessert die Verträglichkeit und kann unerwünschte Stoffe in den Blättern reduzieren.
- Unbekannte Wildpflanzen und behandelte Zierpflanzen gehören nicht auf den Teller.
Ja, die Amaranth-Pflanze ist essbar
Die kurze Antwort lautet eindeutig ja. Amaranth, botanisch Amaranthus, ist kein echtes Getreide, sondern ein sogenanntes Pseudogetreide. Das Bundeszentrum für Ernährung ordnet ihn deshalb in eine Gruppe mit Quinoa und Buchweizen ein: Die Samen werden ähnlich wie Getreide verwendet, obwohl die Pflanze botanisch nicht zu den Süßgräsern gehört.
Für die Küche sind mehrere Pflanzenteile interessant. Junge Blätter und Triebe kommen als Gemüse auf den Teller, die ausgereiften Samen dienen als Kochkorn oder Mehl. Zarte Blütenstände kann man ebenfalls verwenden, geschmacklich und mengenmäßig spielen sie im Alltag aber eine kleinere Rolle.
Ich würde trotzdem nicht jede Amaranth-Pflanze aus einem Beet sofort ernten. Entscheidend sind eine sichere Bestimmung, ein sauberer Standort und die Information, ob die Pflanze mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde.

Blätter und junge Triebe wie Blattgemüse zubereiten
Die jungen Blätter sind mild, weich und leicht erdig. Ihr Geschmack erinnert an Spinat oder Mangold. Sehr kleine Blätter kann man gründlich waschen und in Salaten verwenden. Sobald sie größer und fester werden, schmecken sie intensiver und eignen sich besser zum Dünsten, Blanchieren oder für Suppen.
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Die einfache Zubereitung
- Junge Blätter und zarte Triebe aussortieren und gründlich unter fließendem Wasser waschen.
- In wenig Wasser oder Öl etwa 3 bis 5 Minuten dünsten, bis das Blattgemüse zusammenfällt.
- Mit Knoblauch, Zwiebel, Muskat, Zitronensaft oder etwas Rahm abschmecken.
Bei älteren Blättern bevorzuge ich kurzes Blanchieren. Das Kochwasser sollte anschließend abgegossen werden, weil sich darin ein Teil von Oxalsäure und möglicherweise Nitrat befinden kann. Das ist besonders für Menschen mit Nierensteinen oder bestimmten Nierenerkrankungen relevant. Wer regelmäßig große Mengen Blattgemüse isst, sollte die persönliche Situation ärztlich abklären lassen.
Für den Alltag genügt meist eine einfache Regel: junge Blätter roh in kleinen Mengen, ältere Blätter gegart. Stark gedüngte Pflanzen, Blätter von Straßenrändern und Gewächse aus unbekannter Erde würde ich nicht verwenden.
Amaranthsamen richtig vorbereiten und essen
Die kleinen Samen sind der Teil, der im Handel am häufigsten angeboten wird. Sie schmecken leicht nussig und passen zu herzhaften wie süßen Gerichten. Vor dem Kochen spüle ich sie in einem sehr feinen Sieb mit warmem Wasser, denn die Körner sind winzig und können sonst leicht durch die Maschen rutschen.
Als Beilage funktioniert ein Verhältnis von ungefähr einem Teil Amaranth zu drei Teilen Wasser. Die Körner werden rund 25 bis 30 Minuten sanft gegart und quellen dabei zu einer leicht klebrigen, körnigen Masse auf. Diese Konsistenz ist normal und eignet sich besonders für Bratlinge, Füllungen oder einen warmen Getreidesalat.
- Gekocht: als Beilage, in Suppen, Gemüsepfannen und Bratlingen
- Gepufft: für Müsli, Müsliriegel und als knusprige Zugabe zu Joghurt
- Gemahlen: als Mehlanteil in Brot, Brötchen, Pfannkuchen und Gebäck
- Geröstet: für einen kräftigeren, nussigen Geschmack
Beim Puffen braucht man keine zusätzlichen Fette. Eine sehr heiße, trockene Pfanne reicht aus, allerdings muss man ständig rühren und kleine Portionen verwenden. Die Körner springen schnell auf. Amaranthmehl sollte trocken, kühl und gut verschlossen lagern, weil der natürliche Fettanteil mit der Zeit ranzig werden kann.
Was Amaranth für Brot und Backwaren interessant macht
Amaranth ist von Natur aus glutenfrei. Das macht ihn für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit interessant, sofern das Produkt als glutenfrei gekennzeichnet ist und keine Verunreinigung bei Ernte, Verarbeitung oder Verpackung vorliegt.
Für reines Amaranthbrot gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung. Das Mehl bildet kein Klebergerüst wie Weizen- oder Dinkelmehl. Ein Teig aus hundert Prozent Amaranth wird deshalb meist kompakt und brüchig. Ich würde beim ersten Versuch nur 10 bis 20 Prozent des üblichen Getreidemehls durch Amaranthmehl ersetzen.
So erhält das Brot eine angenehme nussige Note, ohne dass die Krume zu schwer wird. Bei glutenfreien Rezepten braucht der Teig dagegen eine passende Bindung, zum Beispiel durch Flohsamenschalen, Leinsamen oder ein anderes im Rezept vorgesehenes Bindemittel.
| Verwendung | Was Amaranth beiträgt | Worauf ich achten würde |
|---|---|---|
| Brot | Nussiges Aroma und zusätzliche Abwechslung | Nicht zu hoch dosieren, da das Brot sonst kompakt werden kann |
| Brötchen | Kräftiger Geschmack und dunklere Farbe | Ausreichend Flüssigkeit und eine gute Teigbindung einplanen |
| Müsli | Gepufft besonders luftig und knusprig | Auf Zucker in fertigen Mischungen achten |
| Pfannkuchen | Feines, leicht malziges Aroma | Mit anderem Mehl oder Stärke mischen, damit der Teig elastisch bleibt |
Amaranth ist also kein Ersatz, der jedes Getreideprodukt automatisch verbessert. Seine Stärke liegt in kleinen bis mittleren Anteilen, in glutenfreien Rezepten und in gepuffter Form. Gerade beim Brot macht eine moderate Dosierung oft den besseren Eindruck als ein möglichst hoher Anteil.
Welche Pflanzen aus Garten und Natur geeignet sind
Im Garten werden verschiedene Amaranth-Arten angebaut, darunter Körneramarant und Blattamarante. Auch einige wild wachsende Arten können als Gemüse genutzt werden. Für Einsteiger ist die sichere Bestimmung aber wichtiger als die maximale Ausbeute.
Zieramarant ist nicht automatisch gefährlich, doch eine Pflanze kann mit Dünger oder Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein. Solche Exemplare gehören nicht in die Küche. Gleiches gilt für Pflanzen aus Gartencentern, wenn das Etikett keine Information zur essbaren Nutzung enthält.
Wer Amaranth selbst erntet, sollte die Samenstände vollständig ausreifen lassen. Sie werden geschnitten, wenn die Samen trocken sind und sich leicht lösen. Danach trennt man Pflanzenreste und Spelzen aus und lässt das Erntegut vor der Lagerung vollständig nachtrocknen. Feuchtigkeit führt schnell zu Schimmel.
Bei Wildsammlung gelten dieselben Regeln wie bei anderen Wildkräutern. Nur eindeutig bestimmte Pflanzen aus unbelasteten Bereichen ernten, niemals von stark befahrenen Straßen oder frisch gedüngten Flächen. Im Zweifel bleibt die Pflanze stehen. Das ist bei einer leicht ersetzbaren Zutat die vernünftigste Entscheidung.
Diese Vorsichtshinweise sind wirklich relevant
Amaranth ist für die meisten Menschen ein gut nutzbares Lebensmittel. Trotzdem sollte man zwischen Samen und Blättern unterscheiden. Die Blätter können vergleichsweise viel Oxalsäure enthalten, während die Samen wie andere Körner und Hülsenfrüchte Stoffe enthalten, die bei empfindlichen Personen die Verdauung beeinflussen können.
Waschen, Einweichen, Rösten und Kochen machen die Samen bekömmlicher. Bei empfindlichem Magen würde ich mit kleinen Portionen beginnen und beobachten, wie der Körper reagiert. Menschen mit Nierenerkrankungen oder einer Neigung zu Calciumoxalat-Steinen sollten oxalatreiche Lebensmittel nicht eigenständig in großen Mengen einplanen.
Für Babys und Kleinkinder sind selbst zusammengestellte Amaranthgerichte ebenfalls kein Bereich für Experimente. Hier zählen Alter, Zubereitung und die individuelle Ernährungssituation. Bei Zöliakie muss außerdem das gesamte Produkt als glutenfrei zertifiziert oder eindeutig gekennzeichnet sein, denn lose oder gemeinsam verarbeitete Körner können Spuren anderer Getreide enthalten.
So würde ich Amaranth im Alltag einsetzen
Für den ersten Versuch muss man keine ganze Pflanze verarbeiten. Ich würde mit einer kleinen Packung Samen beginnen, sie gründlich spülen und als Beilage mit Gemüse servieren. Danach ist gepuffter Amaranth eine einfache Möglichkeit, Müsli oder selbst gemachte Riegel knuspriger zu machen.
Wer die Pflanze im Garten anbaut, kann die Nutzung staffeln. Junge Blätter kommen früh als Gemüse auf den Teller, die Samen werden später für Küche und Backofen geerntet. So wird aus einer dekorativen und robusten Gartenpflanze ein erstaunlich vielseitiges Lebensmittel.
Die wichtigste Antwort bleibt damit unkompliziert: Amaranth ist essbar, aber die Qualität hängt von Art, Standort, Erntezeit und Zubereitung ab. Wer sauber bestimmt, maßvoll würzt und die Samen gut gart, bekommt eine spannende Ergänzung für Gemüsegerichte, Müsli und selbst gebackenes Brot.