Ein Brot mit echtem Kaffeearoma gelingt erstaunlich unkompliziert, wenn der Kaffee richtig dosiert und vollständig abgekühlt in den Teig kommt. Ich zeige dir ein alltagstaugliches Kaffeebrot-Rezept mit Weizen- und Roggenmehl, genauer Gehzeit, Backtemperatur sowie Varianten für ein kräftigeres Aroma und eine koffeinfreie Version.
Ein kräftiges Kaffeebrot mit knuspriger Kruste gelingt auch ohne Backerfahrung
- 600 g Mehl ergeben ein großes Brot für etwa 8 bis 10 Scheiben.
- Verwendet werden 300 g starker, abgekühlter Kaffee und 130 g Wasser.
- Die beste Kruste entsteht im heißen gusseisernen Topf.
- Für mehr Geschmack genügt 1 TL Instant-Espresso, gemahlene Kaffeebohnen machen das Brot schnell bitter.
- Der Teig kann über Nacht im Kühlschrank gehen und wird dadurch aromatischer und bekömmlicher.
Kaffee im Teig oder Brot zum Kaffee
Beim Begriff Kaffeebrot gibt es zwei unterschiedliche Vorstellungen. Ich meine hier ein Brot, dessen Flüssigkeit teilweise durch Kaffee ersetzt wird. Dadurch bekommt es eine dunkle Farbe und eine feine Röstnote, bleibt aber ein herzhaftes Brot und kein süßer Kuchen.
Daneben gibt es die norddeutsche Variante, bei der geröstete Brotscheiben mit Butter, Zucker und Zimt zum Kaffee serviert werden. Für das folgende Rezept ist diese Bedeutung nicht gemeint, denn der Kaffee kommt direkt in den Brotteig.
Die Zutaten für ein aromatisches Kaffeebrot
Die Mischung aus Weizen- und Roggenmehl sorgt für einen guten Kompromiss. Das Weizenmehl bringt Elastizität und eine lockere Krume, während Roggenmehl für mehr Würze und Feuchtigkeit sorgt.
| Zutat | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| Weizenmehl Type 550 | 350 g | für eine lockere Krume |
| Roggenmehl Type 1150 | 150 g | für Würze und Farbe |
| Vollkornmehl | 100 g | alternativ zusätzliches Roggenmehl |
| starker Kaffee | 300 g | vollständig abgekühlt |
| Wasser | 130 g | bei Bedarf etwas zurückbehalten |
| Frische Hefe | 5 g | oder etwa 2 g Trockenhefe |
| Salz | 12 g | für Geschmack und Teigstabilität |
| Honig oder Rübensirup | 20 g | rundet die Röstaromen ab |
Ich empfehle einen kräftigen Filterkaffee oder Americano, aber keinen sehr sauren Espresso. Der Kaffee sollte kalt oder höchstens lauwarm sein, weil heiße Flüssigkeit die Hefe schwächen kann. Wer das Aroma deutlicher spüren möchte, gibt zusätzlich einen Teelöffel Instant-Espresso in das Mehl.
So wird der Teig Schritt für Schritt zubereitet
- Kaffee kochen und abkühlen lassen. Er sollte nicht mehr dampfen.
- Mehle, Salz und optional Instant-Espresso in einer großen Schüssel vermischen.
- Hefe und Honig im Kaffee auflösen und zusammen mit dem Wasser zum Mehl geben.
- Alles etwa 8 bis 10 Minuten kneten, bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht.
- Den Teig abdecken und bei Raumtemperatur etwa 90 Minuten ruhen lassen. Nach 30 und 60 Minuten einmal von außen zur Mitte falten.
- Zu einem runden Laib formen und mit dem Schluss nach oben in ein gut bemehltes Gärkörbchen legen.
- Für ein kräftigeres Aroma den Teig 8 bis 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Alternativ bleibt er weitere 45 bis 60 Minuten bei Raumtemperatur stehen.
Bei Roggenanteil darf der Teig etwas klebriger bleiben, als man es von reinem Weizenbrot kennt. Ich würde deshalb nicht sofort zusätzliches Mehl einarbeiten. Zu viel Mehl macht das Kaffeebrot trocken und nimmt ihm genau die saftige Krume, die bei diesem Rezept den Unterschied macht.
Die richtige Backmethode für Kruste und Krume
Am zuverlässigsten gelingt das Brot in einem gusseisernen Topf mit Deckel. Der eingeschlossene Dampf hält die Oberfläche zunächst elastisch, sodass das Brot gut aufgehen kann. Erst danach wird die Kruste kräftig und knusprig.
- Den Backofen mit Topf und Deckel auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Den Laib auf Backpapier stürzen und mit einem scharfen Messer etwa 1 cm tief einschneiden.
- Das Brot vorsichtig in den heißen Topf setzen, den Deckel schließen und 20 Minuten backen.
- Die Temperatur auf 220 °C reduzieren, den Deckel abnehmen und weitere 25 bis 30 Minuten backen.
- Das Brot aus dem Topf nehmen und mindestens 60 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen.
Ohne Topf funktioniert das Rezept ebenfalls. Stelle dann ein kleines Blech mit heißem Wasser auf den Ofenboden und schwade das Brot in den ersten 10 Minuten. Die Kruste wird meist etwas weniger gleichmäßig, geschmacklich bleibt das Ergebnis aber überzeugend.
Die Farbe des Brotes ist kein verlässlicher Hinweis auf den Garzustand, weil der Kaffee den Teig von Anfang an dunkler färbt. Wenn du ein Thermometer besitzt, sollte die Kerntemperatur bei ungefähr 96 bis 98 °C liegen.
Welche Varianten wirklich gut funktionieren
Mehr Röstaroma
Für ein intensiveres Aroma kannst du den Kaffeeanteil auf 350 g erhöhen und das Wasser auf 80 g reduzieren. Ich würde nicht mehr als 1 bis 2 Teelöffel Instant-Espresso ergänzen, denn ab diesem Punkt überdeckt die Bitterkeit schnell die Getreidenoten.
Eine mildere Version
Wenn das Brot auch Kindern angeboten wird oder du Koffein vermeiden möchtest, funktioniert entkoffeinierter Kaffee problemlos. Eine weitere milde Variante entsteht mit 200 g Kaffee und 230 g Wasser. Dann bleibt hauptsächlich eine leichte Röstnote zurück.
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Würzige Hofladen-Variante
Sehr passend sind 1 TL Kümmel, 1 TL Brotgewürz oder 60 g geröstete Walnüsse. Auch Sonnenblumenkerne passen gut, während Schokolade und Zimt den Teig eher in Richtung süßes Frühstücksbrot verschieben. Meine liebste herzhafte Kombination ist Kaffee, Walnuss und ein kleiner Anteil Roggenvollkornmehl.
Typische Fehler beim Kaffeebrot
- Der Kaffee ist zu heiß: Die Hefe arbeitet schlechter und das Brot geht kaum auf.
- Der Teig wird zu trocken: Vollkorn- und Roggenmehl nehmen viel Flüssigkeit auf. Bei Bedarf 10 bis 20 g Wasser ergänzen.
- Das Brot schmeckt bitter: Meist wurde zu viel Instant-Espresso oder sehr dunkler Kaffee verwendet.
- Die Krume ist klitschig: Das Brot wurde zu früh angeschnitten oder nicht lange genug gebacken.
- Das Brot bleibt flach: Eine zu lange Gare schwächt das Teiggerüst. Der Teig sollte sichtbar aufgegangen sein, aber nicht zusammenfallen.
Nach dem Backen hält sich das Brot bei Raumtemperatur etwa 2 bis 3 Tage. Ich bewahre es in einem Leinenbeutel oder einer Brotdose auf, nicht im Kühlschrank. Zum Einfrieren schneide ich es in Scheiben und friere diese einzeln ein, weil sie direkt im Toaster wieder knusprig werden.
So schmeckt das fertige Brot am besten
Das Kaffeebrot passt überraschend gut zu kräftigem Käse, Frischkäse, geräuchertem Gemüse und herzhaften Aufstrichen. Die leichte Bitterkeit des Kaffees wird durch Butter, Honig oder einen milden Weichkäse angenehm ausgeglichen.
Wer die süße Bremer Richtung mag, toastet dünne Scheiben und bestreicht sie mit Butter. Etwas Zimt und Zucker darüber reichen völlig aus. So kannst du aus demselben Laib sowohl ein rustikales Frühstück als auch eine kleine Kaffeetafel-Beilage machen.
Mein wichtigster Rat bleibt die Zurückhaltung beim Kaffee. Ein gutes Kaffeebrot soll nach geröstetem Getreide mit einer feinen Kaffeenote schmecken, nicht nach einer Tasse Espresso in Brotform. Mit kaltem, kräftigem Kaffee, einer langen Gare und ausreichend Zeit zum Auskühlen bekommst du genau diese ausgewogene Verbindung.